Programm 2019

Unvergessliche Persönlichkeiten und Ereignisse der tschechischen Geschichte und Kultur VIII.

Das diesjährige Projekt besteht aus neun Programmen:

1/ Bohuslav Martinů (1890-1959) -  Komponist auf Reisen, dessen Herz in der Heimat blieb
Bohuslav Martinů ist weltberühmter tschechischer Komponist des 20. Jahrhunderts, der im Stil der Moderne komponiert hat. Seine künstlerische Entwicklung ging vom Impressionismus in der Musik über Neoklassizismus, Expressionismus und Inspiration von Jazz-Elementen bis zu dem ihm eigenen kompositorischen Stil. Zu seinen grundsätzlichen und dauerhaften Beiträgen zählen vor allem seine  Symphonie- und Opernschöpfungen. Auf Bestellung der bedeutendsten europäischen und amerikanischen Interpreten seiner Zeit schuf er mehr als 400 Werke aus allen Genres der instrumentalen und vokalen Musik. Sein Leben, das sich ohne sein Willen abenteuerlich gestaltete, führte zuerst ihn aus dem Turm der der Hl. Jakubs-Kirche in Polička, wo er im Jahre 1890 geboren wurde, nach Prag. Er studierte am Prager Konservatorium bei Josef Suk Violine und anschließend noch Orgel und Komposition. Danach spielte er zweite Violine in der Tschechischen Philharmonie. Im Jahre 1923 zog er nach nach Paris, um seine Kompositionsstudien bei dem französischen Komponisten Albert Roussel zu vollenden. Dort hat er seine französische Gemahlin Charlotte kennengelernt. Im 2. Weltkrieg ist es ihnen gelungen, über Lissabon nach New York zu flüchten. Zu den Werken von Bohuslav Martinů: sein Schlüsselwerk der 30er Jahre stellte seine „Traumoper“ Juliette (1938) dar. Aus seinen orchestralen Werken kann man hier die 1. bis 6. Symphonie (1942-1946), Les Fresques de Piero della Francesca (1954 – 1955) oder Toccata e due canzoni aus dem Jahre 1946 anführen. Als Beispiele seiner Konzertmusik können Concerto grosso für Kammerorchester aus dem Jahre 1937, Doppelkonzert für 2 Streichorchester, Klavier und Pauken (1938) oder der 2. Streichquartett (1825) dienen. Von seinen Opern sind besonders Hry o Marii (Marienspiele) aus dem Jahre 1934, Řecké pašije (Griechische Passion) aus dem Jahre (1958), Ariadna (1958) und Mirandolina (1959) zu erwähnen. Berühmt ist auch sein Ballett Špalíček (Liederbündel) aus den Jahren 1931 – 1933. Zu seinen vokalen Werken zählt z.B. der Kantaten-Zyklus Otvírání studánek (Die Reinigung der Quellen) aus dem Jahre 1955 oder die Kantate Das Gilgamesch-Epos aus den Jahren 1954 – 1955 und viele andere. Bohuslav Martinů verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in der Schweiz und verstarb dort im Jahre 1959 in Liestal. Im Jahre 1979 wurden seine Überreste in seine Geburtsstadt Polička gebracht, wo er neben seiner Frau Charlotta begraben wurde.  Das musikalisch-literarische Programm unter Titel „Das Schicksal eines Exulanten zu Hause und in Ausland“, dem Klassiker der tschechischen Musik anlässlich des 60. Todesjubiläum gewidmet, wurde in der Zusammenarbeit mit einer renommierten Gesellschaft, dem Bohuslav Martinů- Institut in Prag, umgesetzt. Der Vortrag fand am 19. März 2019 statt im Saal des Gesangvereins Hlahol statt. Durch den Abend Der Vortragende war Ivan Štraus, Professor an der Akademie Musischer Künste in Prag. Musikalische Begleitung: Yukiko Sawa (Klavier), Nozomi Yekine (Violoncello).

2/Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) und die Böhmischen Länder
Das 270. Geburtsjubiläums der berühmten Persönlichkeit der Weltliteratur - Johann Wolfgang Goethe - bringt und Nachdenken gezwungen, warum dieser aus Frankfurt gebürtige Schriftsteller eine so enge Beziehung gerade zu den Böhmischen Ländern unterhielt. Johann Wolfgang Goethe besuchte Böhmen insgesamt siebzehnmal  und verbrachte hier insgesamt 1140 Tage (in dem von ihm so bewunderten Italien waren es lediglich 683 Tage). Seine Besuche im Nord- und Westböhmen hat er nicht nur zur Kur benutzt - sie öffneten ihm den Weg in die ihm bisher unbekannte kulturelle Welt. Goethes Interesse für die tschechische Kultur und tschechische Sprache war sehr intensiv. Er war mit  Josef Dobrovský in Kontakt und sandte ihm die Beschreibung des Kodexes von Jena und Kopien von dessen Illustrationen. Dobrovský revanchierte sich mit der Übersendung seiner „Geschichte der tschechischen Sprache und Literatur“. Eine weitere bedeutende Persönlichkeit des tschechischen kulturellen Lebens, die Goethe getroffen hat, stellte der Komponist Václav Jan Tomášek dar, der insgesamt neun Hefte von Goetheschen Gedichten für Gesang mit Klavierbegleitung vertont hat. Das siebente Heft hat er direkt dem Dichter gewidmet. Goethe nahm auch an der Polemik betr. die Handschriften teil und glaubte an deren Echtheit. Mit der deutschen Übersetzung der Handschriften machten ihn Pavel Josef Šafařík und Kašpar von Šternberk bekannt. Goethe hat danach „das Sträußchen“, ein Gedicht aus den Handschriften, dichterisch umgestaltet. Er unterhielt auch Kontakte mit Jan Evangelist Purkyně, Begründer der Physiologie, und verfolgte aufmerksam dessen sämtliche Studien. Purkyně überführte Goethes Werke ins Tschechische, um mit ihnen breitere tschechische Öffentlichkeit bekannt zu machen. Er hat besuchte sogar im Jahre 1822 Goethe in Weimar. Von großer Bedeutung war Goethes langjährige Freundschaft mit Kašpar Graf von Šternberk, Mitbegründer  und Präsidenten  des Vaterländischen Museums in Prag. Goethe war Ehrenmitglied der Gesellschaft der Freunde des Vaterländischen Museums und verfolgte mit Interesse die museale Zeitschrift, die ihm Graf Šternberk regelmäßig zukommen ließ.  In Betracht der Tatsache, dass sich der Verein Praha-Cáchy/Aachen in der tschechische-deutschen Zusammenarbeit engagiert, werden wir diesen Abend in der Mitarbeit mit dem Lehrstuhl der Germanistik der Karlsuniversität und der Pädagogischen Fakultät vorbereiten. Als Vortragender wird  Prof. PhDr.  Milan Tvrdík, CSc.  auftreten. Termin: 10. April 2019

3/ Als die Masse das Recht in ihre Hände genommen hat – Erster Prager Fenstersturz (1419)
Im Jahre 2019 werden 600 Jahre seit dem Augenblick verflossen sein, wo der Prediger und späterer Anführer der Prager Radikale Jan Želivský (Johann von Selau) mit seinen Kalixtinern das Neustädter Rathaus stürmten und aus dessen Fenstern den Bürgermeister Jan Podivínský, den Neustädter Vogt und weitere zehn Männer inkl. Ratsherrn und der Knechte des Vogts hinausgeworfen und danach ermordet haben. Der dreizehnte Mann, der sich unter dem Tisch versteckt hatte, wurde an der Stelle getötet. Dieses Ereignis wird für den Anfang der Hussitenkriege gehalten. Es war eine Reaktion auf den Beschluss des schwer kranken Königs Wenzel IV. (1361 – 1419), unter dem starken Druck seines Bruders Siegmund in die Situation in Prag einzugreifen. Die Lage spitzte sich dank den unaufhörlichen Streitigkeiten zwischen den Hussiten und Katholiken im Juli 1419 derart zu, dass diese in sehr scharfe Zusammenstöße überwuchsen. Im Neustädter Rathaus wurden neue, hussitenfeindliche Ratsherrn eingesetzt, die einige Teilnehmer der Prager Demonstrationen einkerkern ließen. Sie haben nicht geahnt, dass sie dadurch eine Lawine zum Einsturz bringen, die den Prager Fenstersturz hervorruft und danach in die Hussitenkriege mündet, von denen die böhmischen Länder für volle fünfzehn Jahre lahm gemacht werden. Die Historiker waren sich bis neulich nicht einig, ob dieses Ereignis im voraus geplant wurde oder nicht. „Der Fakt, dass den Opfern ihre Wertsachen belassen wurden, zeugt von vorangehenden Vorbereitungen und einer vollkommenen Regie dieses  Umsturzes zeugt“, schrieb der Historiker Petr Čornej, Autor der Veröffentlichung „Erster Prager Fenstersturz: der blutige Sonntag mitten im  Sommer“. Der renommierte tschechische Historiker Doc. PhDr. Václav Ledvinka, CSc wird an diesem Abend unser Gast und Vortragender sein. Die begleitende zeitgenössische Musik wird noch die Atmosphäre der bewegten Zeiten der böhmischen Mittelalterlichen Geschichte hervorheben. Termin: 14. Mai 2019

4/ Kilian Ignatz Dientzenhofer (1689-1751) – ein architektonischer Virtuose des Spätbarocks
Die Projekte der Villa Amerika auf dem Karlov, des Invalidenhauses in Karlín oder der St. Nikolaus-Kirche am Altstädter Ring tragen den Namen des Architekten und Baumeisters Kilian Ignatz Dientzenhofer, dessen 330. Geburtsjubiläums wir im Jahre 2019 gedenken. Er stammte aus einer berühmten Architektendynastie, die bei der Formung der hochbarocken Architektur im Mitteleuropa eine wesentliche Rolle gespielt hatte. Sein Vater, Christoph  Dientzenhofer, heiratete in Prag eine Baumeisterwitwe und erwarb dadurch eine bereits gut eingeführte Firma. Kilian Ignatz ging zu seinem Vater in die Maurerlehre und hat dessen Grundsätze – den konstruktiven Rationalismus, Raumdurchdringungen und Gewölbeverschneidungen- übernommen. Er ging auf Reisen, verbrachte einige Zeit in Wien und kannte wohl auch das zeitgenössische Italien und die deutschen Länder und brachte viele wertvolle Erfahrungen nach Hause. Nach seiner Rückkehr löste er seinen Vater ab und nahm dessen Aufträge über. In Prag baute er für die Benediktiner das Stift Břevnov um, für die Jesuiten baute er das Altstädter Kolleg (Klementinum) und das Jesuitengymnasium auf der Kleinseite, für die Kapuziner die  barocke Front des Prager Loretto, für die Ursulinnen die St.-Johann-Nepomuk-Kirche auf dem Hradschin samt dem angeschlossenen Kloster. Seit 1737 bekleidete er auch den Posten des Festungsbaumeisters. Der künstlerische Schwerpunkt seiner Schöpfungen beruhte jedoch in den Sakralbauten, die in dem damals progressiven Stil des radikalen Barocks umgesetzt wurden. Von seinen weltlichen Bauten sind besonders das Dientzenhofer-Lustschloss im Stadtteil Smíchov (Portheimka) und das spätere Sylva-Taroucca-Palais in der Neustadt (Příkopy) zu erwähnen. Das Schaffen von Kilian Ignatz Dientzenhofer ist mannigfaltig, er beherrschte virtuos sämtliche Register des architektonischen Stils. Bei seinen Werken kommt eine schöpferische Idee nie zum zweiten Mal vor – trotzdem, dass er in dreißig Jahren mehr als zwei hundert Bauten errichtete.  Der berühmte Architekt stellt zweifellos eine Persönlichkeit dar, die unsere Aufmerksamkeit voll verdient, und deswegen werden wir dieses Programm in der Zusammenarbeit mit einer renommierten Institution aus dem Gebiet der Kunstgeschichte vorbereiten. Termin: Juni 2019

5/ Franz Kafka (1883-1924)
Franz Kafka, wohl der bedeutendste deutsch schreibende Schriftsteller aus Prag, stellt für viele Touristen den Hauptgrund ihres Prag – Besuchs dar. Deswegen sollten wird sein  95.  Todesjubiläum  nicht vergessen.  Franz Kafka wurde in der Familie eines Prager jüdischen Kaufmanns geboren, studierte am deutschsprachigen Gymnasium, danach an der Jura-Fakultät und verbrachte den Großteil seines Lebens als Beamter in der Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt in Prag. Er pflegte in der Nacht zu schreiben und verfasste Erzählungen, kürzere Texte und Romane. Von seinen berühmtesten Werken sind hier wenigstens seine Erzählungssammlung Landarzt, die Romane Prozess und Schloss und letztendlich auch seine Erzählung Der Heizer (1. Kapitel des Romans Amerika) zu erwähnen, wofür er im Jahre 1915 den 1. literarischen Preis erhielt. Seinen Werken könnte man entnehmen, dass er keine Seelenruhe finden konnte. Für manche seiner Leser gilt er als großer Mystiker, für Andere ist ein Visionär. Kafka befasste sich in seinen Werken mit den Fragen der Krisenerscheinungen in der Gesellschaft, bei dem Einzelnen und in der zeitgenössischer Kunst. Sein Freund Max Brod hat seinem Wunsch nicht entsprochen und Kafkas Handschriften nicht verbrannt, hat diese im Gegenteil dazu publiziert und dadurch sein Werk berühmt gemacht. Währen des totalitären Regimes verschwanden Kafkas Werke nach und nach aus den Buchhandlungen. Erst nach dem Jahre 1989 wurde er zu einem Symbol Prags, das von dieser Stadt kaum wegzudenken ist. Er gilt als Ikone von Prag und vor allem vom ehemaligen Prager Ghetto. Das Photo, von dem der damals zweiunddreißigjährige Kafka hinunter schaut, wurde weltberühmt. Unser Mitveranstalter bei der Veranstaltung des Gedenkabends wird das Institut Germanischer Studien der Prager Karlsuniversität sein, als Vortragende wird Prof. PhDr. Manfred Weinberg auftreten. Durch das Programm wird uns jüdische Musik begleiten und uns an die Prager Geschichte der Wende vom 19. zum 20. Jh. erinnern. Termin:  September 2019

6/ Otto Guttfreund (1889-1927) – kubistische Plastik und nch viel mehr...
Otto Guttfreund stellt die am meisten ausdruckvolle bildhauerische Persönlichkeit der tschechischen Moderne dar. Seinen künstlerischen Nachlass kann man für einen der wichtigsten tschechischen Beiträge an das Weltkulturerbe halten. Er war einer der Ersten, die die formellen und idealen kubistischen Grundsätze in der Bildhauerei umsetzten. Seine Statue Úzkost (Beklemmung) aus den Jahren 1911-1912 wird für die überhaupt erste kubistische Statue gehalten.  Der Künstler war auf einem inspirativen Studienaufenthalt in Paris und lernte dort in den Jahren   1908-1909 den kubistischen Stil kennen. Nach seiner Rückkehr nach Prag trat er dem Verein der bildenden Künstler bei, wo er regelmäßig seine Werke (Hamlet, Harmonie, Konzert, Kopf von Don Don Quijote und andere) zur Schau stellen pflegte. Nach seiner Teilnahme an den Kämpfen des 1. Weltkriegs kehrte Guttfreund nach Prag zurück, verließ die die kubistische Ära und schuf seine neuen Werke im Stil der „neuen Sachlichkeit“ und später im realistischen Stil. Er porträtierte auch T. G. Masaryk und wurde auch durch seine für den öffentlichen Raum bestimmten Plastiken - Statuengruppe der „Großmutter“ von Božena Němcová, Reliefs für die Legiobank in Prag,  T.G. Masaryk-Statue in Lebensgröße für Hradec Králové - berühmt. Im Jahre 1927 beendete ein tragischer Unfall das Leben dieses ersten Bildhauers der neuen Republik. Das Werk Otto Guttfreunds ist verhältnismäßig gut untersucht worden. In der ständigen Exposition des Prager Kampa-Museums wird eine bedeutende Sammlung seiner Plastiken zur Schau gestellt. Wir haben vor, den Abend von diesem Vertreter der tschechischen Moderne gerade im Zusammenarbeit mit dieser Institution (Kampa-Museum) vorzubereiten, die auf die Kunst des 20. Jahrhunderts ausgerichtet ist. Wir werden gemeinsam des 130. Geburtstags von Otto Guttfreund gedenken.  Termin: Juni 2019.

7/ Jaroslav Heyrovský (1890-1967) – der erste tschechische Nobelpreisträger
Seit 2009 ist die Wanderausstellung  „Geschichte eines Tropfens“ durch die Tschechische Republik unterwegs, die das Leben des ersten tschechischen Nobelpreisträgers und seine Erfindung des Polarographs dokumentiert. Im Jahre 2019 werden 60 Jahre seit dem Augenblick verflossen sein,  wo der tschechische Wissenschaftler (Physikochemiker) aus den Händen des schwedischen Königs Gustav Adolf VI. den Nobelpreis für Chemie für seine Erfindung und Verwendung der Polarographie empfing.  Der Weg zu diesem großen Erfolg der tschechischen Wissenschaft war nicht einfach. J. Heyrovský entdeckte die Polarographie bereits im Jahre 1922 und wurde insgesamt achtzehnmal für den Nobelpreis vorgeschlagen. Der gebürtige Prager hat die internationale Anerkennung von seiner Erfindung erst nach 37 Jahren (1959) erlebt, wo seine Methode bereits Erfolge in der ganzen Welt gefeiert und in vielen Industriezweigen sowie in der Medizin Arbeit erleichtert hatte.   Prof. Heyrovský widmete seiner wissenschaftlichen Tätigkeit sein ganzes Leben. Im Jahre 1951 wurde er zum Mitbegründer des Polarographischen Instituts, an dessen Spitze er bis 1963 gestanden ist. An die Tätigkeit dieses Instituts knüpfte im Jahre 1972 das Institut für Physikale Chemie und Elektrochemie namens Jaroslav Heyrovský der Tschechischen Akademie der Wissenschaften an. Dieses Institut hat auch die oben erwähnte Ausstellung vorbereitet.  Der dem Andenken an diesen außerordentlichen Menschen – Wissenschaftler gewidmete Abend wird in der Zusammenarbeit mit dem ober erwähnten Institut und dem Stiftungsfonds Jaroslav Heyrovský vorbereitet. Mit den nicht gerade leichten Lebensschicksalen und dem ganz außerordentlichen Arbeitseinsatz wird uns Dr. Květoslava Stejskalová, eine der Autorinnen der Ausstellung, bekannt machen.

8/ Ein Weltreisender als Legende - Miroslav Zikmund (1919)
Wer würde heutzutage den Namen des heute bereits legendär gewordenen tschechischen Weltreisenden nicht kennen, dessen hundertsten Geburtsjubiläum wir in diesem Jahr gedenken? Mit seinem lebenslänglichen Freund Jiří Hanzelka, den er während ihres Studiums an der Wirtschaftshochschule in Prag kennengelernt hatte, bildeten sie unser bekanntestes Paar von Weltreisenden. Ihre erste Reise nach Afrika und Südamerika haben sie in den Jahren 1947-1950 unternommen, die zweite Reise folgte in den Jahren 1959-1964 und führte sie über Südostasien nach Ozeanien, Australien, Neu Seeland, Israel, Marokko, Sri Lanka, Malediven und Spanien.  Nach dem Jahre 1968 wurde Zikmund wegen seinem politischen Engagement sämtliche öffentliche und publizistische Tätigkeit untersagt.  Seit 1990 ging M. Zikmund erneut auf Reisen – gemeinsam mit dem Dokumentaristen M. Maryškou ht er Expedition  „Sibirien, die Hölle, oder ich“ unternommen, bei der der vierteilige Dokumentarzyklus entstanden ist.  Den Großteil ihrer Reportagen und Reisebeschreibungen haben Zikmund und Hanzelka gemeinsam verfasst. Ihre Publikationen zählen zu den bei uns am Häufigsten veröffentlichten Titeln, insgesamt erschienen 6,5 mil. Exemplare. Sie haben auch 5 abendfüllende Filme, 140 Dokumentarfilme und Kurzfile gedreht.  Der tschechische Rundfunk hat über 700 Reportagen ausgestrahlt, die großen Erfolg fanden und sich allgemeiner Beliebtheit erfreuten. Im Jahre 2014 wurde ein biographischer Dokumentarfilm unter dem Namen “Das Jahrhundert Miroslav Zikmunds“ gedreht. Im Jahre 1999 hat M. Zikmund vom Staatspräsidenten Václav Havel die „Verdienstmedaille II. Stufe“ erhalten, im Jahre 2014 wurde ihm das Ehrendoktorat der Tomáš Baťa-Universität in Zlín erteilt. Im gleichen Jahr hat ihm Staatspräsident Miloš Zeman den T. G. Masaryk-Orden I. Klasse verliehen. Miroslav Zikmund lebt in der Gegenwart in Zlín, wo auch der „Klub H+Z“, ein Verein zur Betreuung  des Nachlasses von Jiří Hanzelka und Miroslav Zikmund seine Tätigkeit entwickelt. Wir werden die Zusammenarbeit des Klubs bei der Organisation unseres Gedenkabends suchen, der dem Weltreisenden, Autoren zahlreicher Reisebeschreibungen, Journalisten, Fotografen und Filmmacher Miroslav Zikmund gewidmet sein wird.

9/ Weihnachten in der Musikkunst – Tradition der tschechischen und europäischen Weihnachten
– so klingt der Titel eines Programms im Rahmen diesjährigen Projekts unseres Vereins Praha-Cáchy/Achen. Nostalgisches Nachdenken der Mitglieder des Vereins und unserer Gönner wird einen würdigen Abschluss unserer Tätigkeit im Jahre 2019 bedeuten. Termin: Dezember 2019.