Ansichten der Persönlichkeiten

       Prag ist die Stadt, die zu Recht von sich behaupten darf, sie liege im Herzen Europas und zwar nicht nur geographisch, sondem mit ihrer wechselhaften Vergangenheit vor allem auch kulturell. Vielfach als golden und hunderttürmig gerühmt, ist sie eine Stadt zum Verlieben – auch für mich. Die Veranstaltungen der Kulturvereine „Prag–Aachen e. V.“ und „Aachen–Prag e. V.“ in den letzten Jahren zu unterstützen, war mir eine Herzensangelegenheit. So erleben wir Aachener im Oktober 2004 mit dem Konzert in der Kirche der Mutter Gottes (před Týnem) in Prag einen besonderen kulturellen Brückenschlag. Anlass ist der Beitritt Tschechiens in die Europäische Union. Gerade die gemeinsamen Wurzeln sind die wahre Stärke Europas. Nichts eint Europa mehr als die Kultur. Sie reicht tief in die Gedankenwelt der Antike zurück und wäre ohne das Glaubensgerüst der großen monotheistischen Religionen eine andere. Es ist die Kultur, die aus Europa mehr als das Territorium, ein Nationengemisch oder eine Anhäufung konkurrierender Staaten macht. Sie erst gab und gibt den künstlerischen, religiösen, politischen und nicht zuletzt auch den wirtschaftlichen Visionen Europas jene Kraft, aus der der Traum der europäischen Einigung immer wieder neu gedieh und gedeiht. Ich hoffe, dass wir noch bei vielen weiteren Veranstaltungen die mannigfaltigen, gemeinsamen europäischen Wurzeln zwischen Prag und Aachen erleben und vertiefen werden.


Michael Wirtz
Geschäftsführender Gesellschafter
der Grünenthal GmbH
Präsident der Industrie- und Handelskammer Aachen

 

     Der Verein Prag–Aachen und sein Aachener Gegenstück der Kulturverein Aachen–Prag stellen mit ihrer unermüdlichen Aktivität und enger Zusammenarbeit meiner Ansicht nach ein ideales Modell für übernationale Zusammenarbeit dar, gegründet auf freiwilliger Initiative der Bürger verschiedener Staaten. Die Ergebnisse der mehrjährigen tatkräftigen Arbeit des Prager Vereins, die ich verfolgen konnte, verdienen Bewunderung. Ich schätze es, daß das Prager Stadtarchiv daran wenigstens dadurch beteiligt ist, indem es dem Verein von Anfang an eine Heimstatt bietet.


Doz. Dr. phil. Václav Ledvinka, CSc.
Direktor des Archivs der Hauptstadt Prag

 

     Die Faszination der goldenen Stadt Prag und die reichhaltige Geschichte und Kultur Tschechiens waren vor mehr als fünf Jahren der Ausgangspunkt meines Interesses und Engagements für den Kulturverein Aachen–Prag. Mittlerweile ist Prag meine zweite Heimat geworden. Dabei hat der Kulturverein und seine Schwestervereinigung in Prag eine bedeutende Rolle gespielt. Neben einem ansprechenden Angebot an Veranstaltungen mit breiter Themenpalette habe ich hier auf beiden Seiten in Aachen und Prag vor allem aufgeschlossene, interessante Menschen gefunden, mit denen mich heute nicht nur anregende Gespräche und Begegnungen sondern auch echte Freundschaften verbinden. Gemeinsam bauen wir an einer Brücke zum besseren Verstehen unserer Nachbarn – eine immer wieder neu verlockende und bereichernde Aufgabe, nicht nur für Aachener oder Prager!


Dr. Jürgen E. Siebeck
Berlin

 

     Der Verein Prag–Aachen ist ein wichtiger und verlässlicher Partner der deutschen Botschaft in Prag, der sich aktiv für die Weiterentwicklung der deutsch-tschechischen Kulturbeziehungen einsetzt. Besonders begrüße ich, daß die Arbeit des Vereins von engagierten Privatpersonen in beiden Städten getragen wird. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene beweist, wie eng und herzlich die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern geworden sind. Für die Zukunft wünsche ich dem Verein alles Gute und freue mich auf eine weitere Kooperation.


Martin Jäger
Leiter des Kultureferats
Deutsche Botschaft Prag

 

     Meiner Ansicht nach ist die Zielsetzung von Vereinen, wie im vorliegenden Fall, äußerst bedeutsam: es ist sicher notwendig, nachbarliches Verstehen auf staatlicher Ebene zu entwickeln, und das sowohl auf der politischen Ebene, als auch auf kulturellem, wissenschaftlichem Gebiet (einschließlich solcher Institutionen wie dieTschechisch-deutsche Historikerkommission oder die Tschechisch-deutsche Kommission für Geschichtslehrbücher), auf kirchlicher oder z.B. auf wirtschaftlicher Ebene. Gesamtstaatliche Kommissionen, Institutionen oder Organisationen auf höchster Ebene sind dem normalen Bürger jedoch etwas fern, und die Ergebnisse ihrer Arbeiten erreichen meist nicht leicht interessierte Bürger der „unteren Ebene“. Wenn die tschechisch-deutsche Nachbarschaft tatsächlich mit Leben erfüllt werden soll, dann muß sie Gegenstand des Interesses des einfachen Bürgers werden. Deshalb spielte z.B. bei der französisch-deutschen Annäherung und Aufarbeitung der Vergangenheit ein Netz von Städte- und Gemeindepartnerschaften solch eine bedeutsame Rolle. Der Verein Prag–Aachen ist gerade solch eine erreichbare menschliche Basis kommunalen, historischen und kulturellen Charakters. Das kaiserliche Aachen ist eine Stadt, die mit tausend Fäden eines historischen und kunsthistorischen Gespinstes mit dem mittelalterlichen böhmischen Staat und konkret mit Prag verwoben ist, und das nicht nur in der Zeit Karls IV. Aber es ist auch eine Stadt mit großer europäischer Resonanz, die sich in der Verleihung des Karlspreises für hervorragende Europäer wiederspiegelt. Und es ist eine lebendige und wissenschaftlich erfolgreiche Universitätsstadt, selbstverständlich findet es im akademischen Prag seine Resonanz. Vor allem aber ist es eine Stadt mit einer Anzahl von Bürgern, die Prag als wertvollen und liebenswerten Partner entdeckten. Und gerade das ist das Fundament des heutigen und zukünftigen Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer Staat mit Tausenden, vielleicht Millionen Bürgern, die sich für ihre Nachbarländer interessieren. Und es ist wertvoll, daß das kaiserliche, akademische Aachen sowie die Bäderstadt Aachen, das ganz an der Westgrenze Deutschlands liegt, zeigt, daß tschechischdeutsche c Beziehungen nicht nur ein Privileg des Freistaates Bayern sind. Für mich, einen Menschen, der im Bundesland Nordrhein- Westfalen viele ausgezeichnete Freunde fand, ist es angenehm zu wissen, daß ich keine Ausnahme bin, sondern es auch mehr Menschen mit dem Bedürfnis gibt sich zu treffen – sei es nun zu Vorträgen im Clam-Gallas-Palais oder in Aachen – zu deutscher Thematik und mit deutschen Freunden. Der Verein Prag-Aachen ist ein vielleicht nicht großer, aber bestimmt unentbehrlicher Teil der, Gott sei Dank, schon europäischen Gegenwart der Tschechischen Republik.


Prof. Dr. phil. Jiří Pešek, CSc.
Lehrstuhl für deutsche und österreichische
Studien des Instituts für Internationale Studien
der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Karlsuniversität Prag,
Mitvorsitzender der Tschechisch-deutschen Historikerkommission

 

Ein kurzer Ausflug ohne Ende


     So ist es tatsächlich. Es begann mit einem Brief und der Bitte um einen Beitrag für die Prag gewidmete Nummer der Zeitschrift „Die Waage“, die in Aachen erscheint. Ohne Zögern sagte ich zu. Mein Artikel erschien, und bald darauf erhielt ich eine Einladung zum tschechischdeutschen Treffen in der Stadt Karls des Großen, die ich wieder ohne zu zögern gerne annahm. Ich verlebte ein Wochenende in der Krönungsstadt der deutschrömischen Könige, bewunderte eine Vielzahl historischer Kostbarkeiten – und man traf sich mit wunderbaren Menschen zweier befreundeter Städte, Prag und Aachen. Ich vermutete nicht, eine so große Anzahl tschechischer Besucher zu treffen, denn ich kannte den Verein Prag–Aachen nicht näher. Dies war eine Art Anfang, der zu Hause in Prag seine Fortsetzung fand. Im vornehmen Clam-Gallas-Palais veranstaltete besagter Verein eine seiner Zusammenkünfte, diesmal war es ein Treffen mit mir. Erneut nahm ich die Einladung an, diesmal ein wenig in Verlegenheit. Ich stellte mir vor: Was füreine Gesellschaft wird das sein, und mit welchen Menschen werde ich sprechen? Also, die Gesellschaft war zahlreich, interessiert, aufmerksam und sympathisch. Es war ein gelungener und erfreulicher Abend. Ich wußte nicht, daß der Verein Prag–Aachen diese verdienstvolle Tätigkeit ausübt, diese konkrete Freundschaft zweier einstiger Residenzen der böhmischen und deutsch-römischen Könige schon mehrere Jahre pflegt. Jetzt weiß ich es, und ich weiß auch, daß der Verein und seine begeisterten Mitarbeiter in dieser Tätigkeit fortfahren wollen, daß sie diese nach Möglichkeit erweitern und zum Wohl und zur Festigung der Bindungen zwischen dem tschechischen Prag und dem deutschen Aachen entwickeln wollen, wozu ich ihnen die nötige Ausdauer und viel Erfolg wünsche. Und so scheint es mir, daß mein ursprünglich kurzer Ausflug ins Reich dieser kostbaren Freundschaft vielleicht noch nicht zu Ende ist.


Lenka Reinerová,
Prag

 

Grußwort

Auch in unserem neuen, gemeinsamen Europäischen Haus haben die historischen Krönungsstädte Prag und Aachen einen ganz besonderen Stellenwert.
     Die außerordentlich reichhaltigen historischen Beziehungen dieser Städte mit allen dazugehörigen Kulturaspekten partnerschaftlich zu erkunden und zu vertiefen, aber auch das Bauen und Fördern neuer freundschaftlicher Brücken zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Regionen waren einige der Ziele, die sich der „Spolek Praha–Cáchy/Aachen“ bei seiner Gründung im Jahre 2000 gestellt hat.
     Vielfältige Veranstaltungen dieses Vereins – von interessanten Vorträgen bis zu mehreren Studienreisen und Begegnungen mit Mitgliedern des Schwesternvereins „Kulturverein Aachen-Prag e.V.“ in Aachen belegen eindrucksvoll, welche Früchte diese Vereinsaktivitäten bereits heute getragen haben. Hierzu gratuliere ich der Vorsitzenden, Frau Dr. Silvia Pavlicová, dem ganzen Vorstand und allen Aktiven unseres Prager Schwesternvereins ganz herzlich. Da aber bekanntlich solche Erfolge auch verpflichten, wünsche ich mir und allen Mitgliedern und interessierten Bürgern in Prag und Aachen auch weiterhin viele anregende Veranstaltungen und Begegnungen für viele weitere Jahre, die ebenso regen Zuspruch finden mögen, wie die bisherigen.

Vera Blazek
Vorsitzende des Kulturvereins Aachen
Prag. e.V.